Signifikant

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Grafik

Definition[Bearbeiten]

Der Signifikant wird in der Semiotik als bezeichnendes Element genannt und übernimmt in der Entstehung eines Zeichens die Rolle des „Auslösers“. Signifikanten können Dinge wie Wörter, Objekte, Beziehungen oder Symptomhandlungen sein. Sie sind der physisch wahrnehmbare Teil des Zeichens.

Erläuterungen[Bearbeiten]

Damit ein Zeichen entsteht, braucht es immer den Signifikanten als Grundlage, in Verbindung mit dem Signifikat, das die Bedeutung festlegt. Signifikate sind jene (individuellen) Vorstellungen, die durch ein Zeichen, das bis dahin möglicherweise noch keine Bedeutung hat, entstehen. Die Interpretation des Signifikanten, bzw. die Verbindung eines Zeichens zu seiner entstandenen Bedeutung ist arbiträr, stets veränderbar und wird individuell aufgefasst. Quellen für die Zuordnung von Bedeutungen sind oft unbewusst und entstehen z.B. aus gelerntem, kulturellem Wissen oder einem Kontext. In der Semiotik wird diese Verbindung im sogenannten „semiotischen Dreieck“ dargestellt.

Reiner Signifikant

Einen Signifikanten ohne Signifikat kann man als „reinen“- oder „leeren“ Signifikanten, fachsprachlich als Dokument, bezeichnen. So stellt er quasi eine bedeutungsloses Element, in einem geschlossenen, differentiellen System da. Der reine Signifikant ist eine Leerstelle innerhalb der Struktur des symbolischen. Nach dem Philosophen/Psychoanalytiker Jaques Lacan sind Signifikanten in die Ordnung des Symbolischen eingeschrieben, in der sie ihre Bedeutung durch die Differenz zu anderen Signifikanten erhalten.

In der Gesellschaft gilt das Gesetz des Symbolischen (Gesetz der Sprache, sozialer Normen, des ökonomischen Tauschs). In diesem Sinne ist auch das Symbolische gleichgesetzt mit der Ordnung der Sprache, Diskurs, staatlicher Herrschaft und der Ökonomie. Somit entsteht eine symbolische Herrschaftsordnung die das Subjekt unterwirft und strukturiert. Gleichermaßen unterliegt auch das Unbewusste dieser Struktur. Da das Subjekt/der leere Signifikant unvollständig ist, ist er danach begehrt vollständig zu werden. In der Psychologie spricht man hierbei vom Begriff des „Begehrens“ (nach Lacan) oder dem „Wunsch“ (nach Freud). Somit wird der Signifikant durch das Signifikat Teil des symbolischen und es entstehen Zeichen.

Bedeutung für Grafik- und Kommunikationsdesign[Bearbeiten]

Im Grafik- und Kommunikationsdesign übernimmt der Gestalter/die Gestalterin die Entscheidung darüber, was kommuniziert werden soll. Hierbei muss weit vorgedacht werden. Es wird über die Interpretation eines Signifikanten entschieden und dieser somit bewusst eingesetzt.

Beispiele[Bearbeiten]

Alles physikalisch wahrnehmbare, also jeder Signifikant, wird durch seine unterschiedlichen Bedeutungen zum Zeichen. Ein gutes Beispiel sind Handzeichen. Ein ausgestreckter Zeige- und Mittelfinger (häufig verwendete Bezeichnung: „Victory-Zeichen“) steht z.B. für Sieg oder Frieden, kann aber auch als „Hasenohren“, die Zahl Zwei oder im Fingeralphabet als der Buchstabe V interpretiert werden.

Literatur und weiterführende Links[Bearbeiten]