Index

Aus Graphische
Wechseln zu: Navigation, Suche

Grafik

Definition[Bearbeiten]

Verweis auf etwas, Verzeichnis, Spur

Erläuterungen[Bearbeiten]

Der Index ist a) die Materialität des Zeichens, b) die Spur der Herstellung und c) des Gebrauchs. Indexe müssen enträtselt werden, diese Enträtselung/dieses Rätsel kann jedoch danebengehen. Index bedeutet selbst nichts, er verweist nur auf etwas Abwesendes, Vergangenes, Zurückliegenes bzw. deutet auf etwas hin. Die Bedeutung des Zeichens ändert sich immer mit dem Verweisenden. Beim Index ist die Phantasie hoch und daher die Eindeutigkeit schwierig.

Bedeutung für Grafik- und Kommunikationsdesign[Bearbeiten]

Als Grafikdesigner gestaltet und legt man Spuren. Indes sich der/die GrafikerIn für ein Material, ein Werkzeug und einen Herstellungsprozess bzw. eine Medienwahl entscheidet, "verschiebt" er/sie die sematische Bedeutung des Zeichens. So bedeutet die Abbildung "einer Kuh auf einer Wiese" noch nicht, "Bio". Es kommt darauf an "wie" diese gestaltet ist (z.B. mit welchem Werkzeug: Illustrator, Fotografie, wenn ja wie ist sie hotografier, Handzeichneung, etc.) Da das Werkzeug auf den Herstellungsprozess verweist, wird eine abaloge, handgemachte darstellung und eine analoge Materialität wahrscheinlich am ehesten auf eine biologische Produktion hin weisen.


Die Bedeutung für Grafik- und Kommunikationsdesign von indexikalischen Zeichen anhand des Beispiels Fotografie.

Die Fotografie stellt eine besondere Beziehung zu Realität und Vergangenem her, anders als die Malerei es kann. Sie vermittelt unmittelbar, dass das Abgebildete vorhanden gewesen sein muss, woraus sich eine bestimmte Erwartungshaltung an das Bild ergibt. Helmut Newton „Ich war hier“. Der Berufsfotograf von früher hat sich wesentlich von einem Hobby- Fotografen unterschieden. Die kostspielige Ausrüstung wurde nicht von der breiten Masse verwendet. Die Bilder wurde vom Fotografen während des Entwicklungsprozesses in der Dunkelkammer überwacht und verändert. Im Laufe der Jahre hat sich Fotografie zu einem technisch hochwertigen Medium entwickelt, das leistbar und allgegenwärtig geworden ist. Die Bilder sind bereits im Apparat fertig. Nachträgliche Bildbearbeitung hat einen anderen Charakter als die Entwicklung in der Dunkelkammer. Durch die Fotografie entwickeln sich neue Bildwelten die künstlich inszeniert werden und zum Code/Index/Zeichen einer Industrie werden. Fotografie friert einen Moment ein, der später für den Betrachter eine veränderte Wirklichkeit wiedergibt. Der Referent im Bild schafft einen zeitlichen, räumlichen Bezug und eine Bedeutung. Die Bedeutung ist ein Schema, ein Muster im Gehirn das getriggert wird und Schlüsselreize auslöst, ein Index ist entstanden. Der Index wird von niemand anderem als uns selbst gedeutet, das gilt auch für die Fotografie. Ein guten Grafiker weis, wie er seine Fotografien gemäß den bestimmten Anforderungen umsetzt bzw. auswählt, damit sie auf beabsichtigte Weise gedeutet werden. Er ist in der Lage abzuwägen, ob er für eine Aufgabenstellung Bilder auswählt, die einen künstlerischen oder kommerziellen Charakter besitzen, den Referenten im Bild richtig zu bestimmen und zu entscheiden mit welcher Kamera unter welchen Lichtbedingungen gearbeitet wird usw. . Ausschlaggebend ist auch, ob es ein Schnappschuss oder ein inszeniertes Bild ist, ob das Bild nachbearbeitet wurde und in welchem Medium die Fotografie eingesetzt wird. Der Index wird durch eine reale Beziehung des Betrachters zum Bild konstruiert, sich dessen bewusst, wird jedes Detail vom Fotografen geplant. Robert Capa „Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, warst du nicht nah genug dran.“

Beispiele[Bearbeiten]

Bei einem (Bio)Produkt: Handschrift mit Füllfeder

Ein im Studio professionell geschossenes Bild für eine große Technikfirma Ein schlecht ausgeschnittenes und amateurhaft fotografiertes Essensschild für einen Kebapstand am Gürtel (vermittelt das Gefühl: Hier wird gefressen) Ein altes Schwarzweißfoto einer Familie mit Gebrauchsspuren wirkt emotionaler und mit mehr Persönlichkeit behaftet durch die besagten Gebrauchsspuren (Rissige ecken, Faltspuren, verblasst durch Sonne)


Indexikalische Basiszeichen: Zeigefinger-Pfeil, Pfeil/Punkt, Heraushebung, Unterstreichung, Rahmung, markieren mit Textmarker, Framing bei der Fotografie

Literatur und weiterführende Links[Bearbeiten]